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CBD im Leistungssport: Wie Elite-Athleten CBD tatsächlich nutzen
Wie verbreitet ist CBD im Leistungssport wirklich? Eine neue Studie aus Kanada hat 80 Elite-Athleten zu ihrer CBD-Nutzung befragt. Die Ergebnisse zeigen, welche Produkte Sportler verwenden, wann sie CBD einsetzen, wie sie ihre Dosierung bestimmen – und warum die Sorge vor einem möglichen Anti-Doping-Verstoß viele Athleten zurückhält.CBD im Leistungssport ist längst kein reines Randthema mehr. Doch wie häufig verwenden Spitzensportler tatsächlich Cannabidiol? Welche Produkte wählen sie? Wann wird CBD eingesetzt und welche Gründe sprechen aus Sicht der Athleten dafür oder dagegen? Eine neue Studie in Frontiers in Nutrition liefert darauf interessante Antworten. Forschende aus Kanada befragten 80 Elite-Athleten aus 27 nationalen Sportorganisationen zu ihrem Umgang mit CBD. Das Besondere an dieser Untersuchung: Im Mittelpunkt stand nicht die theoretische Wirkung von CBD, sondern die tatsächliche Nutzung durch Elite-Athleten. Die Ergebnisse geben damit einen ungewöhnlich praxisnahen Einblick in den Umgang mit CBD im Spitzensport.
38 Prozent der Elite-Athleten hatten bereits CBD verwendet
Von den 80 vollständig befragten Athleten gaben 30 Personen – also 38% – an, bereits CBD verwendet zu haben. Allerdings berichteten nur neun dieser 30 Personen von einer aktuell laufenden Anwendung. CBD war für viele Athleten also eher eine bereits ausprobierte als eine dauerhaft eingesetzte Ergänzung. Die Teilnehmer kamen aus insgesamt 27 verschiedenen nationalen Sportorganisationen und repräsentierten unterschiedliche Sportbereiche. Dazu gehörten unter anderem Team-, Ausdauer-, Sprint- und technische Sportarten sowie Sportarten mit besonderem Fokus auf Gewichtskontrolle. Damit zeigt die Untersuchung: CBD wird von Athleten aus sehr unterschiedlichen Sportarten genutzt.
CBD ist im Spitzensport kein Nischenthema mehr
Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass 38% aller Leistungssportler weltweit CBD verwenden. Dafür ist die untersuchte Gruppe mit 80 Personen zu klein. Die Zahl zeigt aber, dass CBD bei einer Gruppe hochrangiger kanadischer Athleten eine relevante Rolle spielt und von einem beträchtlichen Teil bereits ausprobiert wurde. Interessant ist deshalb weniger die Frage „Ist CBD im Sport beliebt?“, sondern vielmehr: Wie gehen Athleten tatsächlich mit CBD um? Genau hier liefert die Studie einige überraschende Antworten.
CBD-Öl ist die häufigste Anwendungsform
Bei den verwendeten Darreichungsformen stand eine orale Tinktur beziehungsweise ein CBD-Öl an erster Stelle. 31% der CBD-Anwendungen entfielen auf diese Form. Danach folgte die Inhalation mit 19%. Damit bestätigt die Untersuchung die praktische Bedeutung von CBD-Öl im Sport.
Warum greifen Sportler zu CBD-Öl?
Ein Grund für die Beliebtheit von CBD-Öl dürfte die unkomplizierte orale Anwendung sein. Die Konzentration des Produkts lässt sich über die Deklaration nachvollziehen und die verwendete Menge kann individuell angepasst werden. Die Studie zeigt allerdings gleichzeitig, dass genau bei diesem Punkt noch erhebliche Unsicherheiten bestehen. Denn die meisten Athleten verfügten offenbar nicht über ein klar definiertes Dosierungsschema.
Wie bestimmen Sportler ihre CBD-Dosierung?
Eine der interessantesten Erkenntnisse der Studie betrifft die Frage nach der CBD-Dosierung bei Sportlern. 55% der CBD-Nutzer gaben an, ihre für sie passende Menge durch „Trial and Error“, also durch Ausprobieren, bestimmt zu haben. Noch deutlicher wird die Unsicherheit bei der Frage nach der optimalen Dosierung: Die mittlere Sicherheit der Athleten, tatsächlich die optimale CBD-Dosis zu kennen, lag lediglich bei 35%. 37% der CBD-Nutzer gaben sogar eine Sicherheit von 0% an.
Welche CBD-Mengen wurden verwendet?
19 der 30 CBD-Nutzer berichteten von weniger als 50 mg CBD pro Anwendung. Zwei Athleten gaben eine Dosis von mehr als 100 mg an. Acht Teilnehmer konnten ihre CBD-Dosis dagegen nicht genau angeben. Diese Ergebnisse sind besonders interessant, weil sie zeigen, dass die praktische Anwendung von CBD im Leistungssport der wissenschaftlichen Forschung teilweise vorausläuft. Sportler verwenden CBD bereits, obwohl noch keine allgemein anerkannte optimale Dosierung für sportbezogene Anwendungen etabliert ist.
Wann verwenden Athleten CBD?
Auch der Zeitpunkt der Anwendung wurde untersucht. 39% der CBD-Nutzer gaben an, CBD nach dem Training einzusetzen. 55% verwendeten CBD am Abend vor dem Schlafengehen. Lediglich 5% berichteten von einer Anwendung vor dem Training. Damit zeigt sich ein klares Muster: CBD wurde von den befragten Athleten überwiegend nicht als unmittelbarer Trainings-Booster eingesetzt. Stattdessen erfolgte die Anwendung vor allem in Situationen rund um Erholung und den Abend.
CBD während Saison und Wettkampf
Auch beim Zeitpunkt innerhalb der Sportsaison zeigte sich ein interessantes Bild. 52% der CBD-Nutzer verwendeten CBD während der Off-Season. 43% nutzten es während der Saison außerhalb von Wettkämpfen. Nur 5% berichteten von einer Anwendung während eines Wettkampfs. Das spricht dafür, dass die befragten Athleten CBD eher als Bestandteil ihrer persönlichen Routine außerhalb unmittelbarer Wettkampfsituationen betrachteten.
Warum verwenden Sportler CBD?
Die Gründe für die CBD-Anwendung lagen vor allem in den Bereichen Schlaf, Entspannung und trainingsbedingte Schmerzen. 93% der CBD-Nutzer stimmten zu beziehungsweise stark zu, dass CBD ihren Schlaf verbessert habe. 90% berichteten über eine bessere Entspannung. 77% sahen eine Reduktion von Schmerzen, die sie mit dem Training in Verbindung brachten. Diese Zahlen beschreiben allerdings die subjektive Einschätzung der Athleten.
CBD-Erfahrungen von Athleten richtig einordnen
Das ist ein wichtiger Unterschied. Die Studie zeigt, dass viele Athleten positive CBD-Erfahrungen berichten. Sie beweist damit jedoch nicht, dass CBD bei allen Sportlern objektiv Schlaf, Schmerzen oder Regeneration verbessert. Es handelt sich um eine anonyme Befragung und nicht um eine randomisierte, placebo-kontrollierte Interventionsstudie. Gerade deshalb ist die Studie trotzdem interessant: Sie zeigt, was Sportler selbst mit CBD verbinden und wie sie es im Alltag einsetzen.
CBD wird offenbar nicht primär zur Leistungssteigerung verwendet
Ein weiteres Ergebnis hebt sich deutlich von manchen Marketingversprechen rund um CBD im Sport ab. Die Athleten sahen CBD mehrheitlich nicht als Mittel zur direkten Leistungssteigerung. 60% stimmten nicht zu, dass CBD ihre Konzentration oder mentale Leistungsfähigkeit verbessere. 63% sahen keine Verbesserung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. 70% waren nicht der Meinung, dass CBD sie im Wettkampf konkurrenzfähiger mache.
CBD und sportliche Leistung – ein wichtiger Unterschied
Damit liefert die Studie ein interessantes Gegenbild zu der Vorstellung, CBD werde von Sportlern hauptsächlich verwendet, um bessere sportliche Leistungen zu erzielen. Vielmehr scheint die Anwendung aus Sicht der Befragten stärker mit Wohlbefinden, Entspannung, Schlaf und dem Umgang mit trainingsbedingten Beschwerden verbunden zu sein. Das macht die Untersuchung auch für die aktuelle Diskussion über CBD und Sport interessant.
Die Informationsquelle: Freunde und Internet vor Fachpersonal
Wie informieren sich Sportler eigentlich über CBD? Auch hierzu liefert die Studie klare Zahlen. Als erste Informationsquelle wurden am häufigsten Freunde mit 26% genannt. An zweiter Stelle stand das Internet mit 24%. Danach folgten unter anderem andere Athleten und Teamkollegen. Gesundheitsberufe spielten als erste Informationsquelle dagegen eine deutlich geringere Rolle.
Social Media beeinflusst die Wahrnehmung von CBD
Bei den internetbasierten Informationsquellen standen soziale Medien mit 39 % an erster Stelle, gefolgt von Nachrichtenmedien mit 35 %. Das ist aus Sicht der Forschenden relevant. Denn Informationen über CBD für Sportler aus Social Media, Werbung oder allgemeinen Internetquellen müssen nicht zwangsläufig wissenschaftlich korrekt sein. Gerade bei Themen wie CBD Dosierung, Produktqualität und Anti-Doping können falsche oder unvollständige Informationen problematisch sein. Die Studie spricht sich deshalb für eine stärkere evidenzbasierte Beratung von Athleten aus.
Anti-Doping: Die größte Sorge der Athleten
Besonders spannend ist der Abschnitt zum CBD Anti-Doping.
28 % der Befragten nannten die Sorge vor einem möglichen Verstoß gegen Anti-Doping-Regeln als Grund dafür, CBD nie zu verwenden oder die Anwendung wieder einzustellen.
Damit war die Angst vor einem positiven Dopingtest eines der wichtigsten Hindernisse für die Nutzung.
Ist CBD nach WADA verboten?
Hier muss zwischen CBD und anderen Cannabinoiden unterschieden werden. CBD selbst ist nach den aktuellen WADA-Regeln nicht verboten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes CBD-Produkt für einen Leistungssportler risikofrei ist. Der entscheidende Punkt ist die Zusammensetzung des jeweiligen Produkts. Produkte können neben CBD weitere Cannabinoide enthalten. Für Athleten kann insbesondere THC problematisch sein. Deshalb ist die Qualität und analytische Überprüfung eines CBD-Produkts im Leistungssport von besonderer Bedeutung.
73 Prozent kannten ihre verwendete CBD-Marke nicht mehr
Eine weitere Erkenntnis der Studie ist aus Sicht der Produktqualität besonders bemerkenswert. 73% der CBD-Nutzer konnten sich nicht mehr an die Marke des verwendeten CBD-Produkts erinnern. Für die Forschenden erschwerte dies die Überprüfung, ob die Produkte beispielsweise durch unabhängige Stellen auf ihre Inhaltsstoffe getestet worden waren.
Was bedeutet das für CBD-Öl im Leistungssport?
Für Freizeitsportler und insbesondere für professionelle Athleten ist die nachvollziehbare Produktqualität ein wichtiger Aspekt. Bei einem CBD-Öl für Sportler sollten deshalb unter anderem Herkunft, Inhaltsstoffdeklaration und nachvollziehbare Qualitätskontrollen berücksichtigt werden. Für Athleten, die den Anti-Doping-Regularien unterliegen, ist darüber hinaus eine besonders sorgfältige Auswahl sinnvoll. Bei Unsicherheit sollten Sportler die jeweils geltenden Regeln ihrer Anti-Doping-Organisation prüfen und sich fachkundig beraten lassen.
CBD im Leistungssport: Was die Studie wirklich zeigt
Die Untersuchung liefert vor allem einen Einblick in das Nutzungsverhalten von Elite-Athleten. Sie zeigt:
- 38% der Befragten hatten CBD bereits verwendet.
- CBD-Öl beziehungsweise orale Tinkturen waren die häufigste Darreichungsform.
- 55% bestimmten ihre Dosierung durch Ausprobieren.
- 55% verwendeten CBD am Abend vor dem Schlafengehen.
- 39% nutzten CBD nach dem Training.
- 93% der Nutzer berichteten subjektiv über besseren Schlaf.
- 90% berichteten über mehr Entspannung.
- 77% berichteten über weniger trainingsbedingte Schmerzen.
- Die Mehrheit sah keine direkte Verbesserung der sportlichen Leistung.
- 28 % nannten Anti-Doping-Bedenken als Grund gegen eine Nutzung.
Damit zeichnet die Studie ein wesentlich differenzierteres Bild von CBD im Spitzensport, als es manche allgemeine Diskussionen vermuten lassen.
Was diese Studie nicht beantworten kann
So interessant die Ergebnisse sind: Einige Fragen bleiben offen. Die Studie kann beispielsweise nicht beantworten, ob CBD objektiv den Schlaf verbessert oder Schmerzen reduziert. Ebenso lässt sich daraus keine optimale CBD-Dosis für Sportler ableiten. Auch eine direkte Verbesserung der Regeneration oder der sportlichen Leistungsfähigkeit wurde nicht experimentell untersucht. Dafür wären kontrollierte klinische Studien notwendig, bei denen beispielsweise unterschiedliche CBD-Dosen mit einem Placebo verglichen und objektive Parameter erfasst werden.
Fazit: Wie Elite-Athleten CBD tatsächlich einsetzen
Die neue Studie aus Frontiers in Nutrition liefert einen interessanten Blick hinter die Kulissen des CBD im Leistungssport. CBD wird von einem Teil der Elite-Athleten bereits verwendet – überwiegend nicht als klassisches Mittel zur Leistungssteigerung, sondern im Zusammenhang mit Schlaf, Entspannung und trainingsbedingten Beschwerden. Besonders häufig greifen die Sportler dabei zu CBD-Öl beziehungsweise oralen Tinkturen. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung einen deutlichen Informations- und Beratungsbedarf. Viele Athleten bestimmen ihre Dosierung selbst, können sich nicht mehr an die verwendete Marke erinnern und informieren sich hauptsächlich über Freunde und das Internet. Für den professionellen Sport ist außerdem das Thema Anti-Doping entscheidend. CBD selbst ist nicht verboten, die Zusammensetzung von CBD-Produkten kann für Athleten jedoch relevant sein. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Studie lautet daher nicht, dass CBD die sportliche Leistung steigert. Sie zeigt vielmehr, dass CBD im Leistungssport bereits praktisch angekommen ist – während die wissenschaftliche und professionelle Beratung dazu noch weiterentwickelt werden muss.
Quelle: Cannabidiol use among elite-level Canadian athletes: the pursuit of improved sleep, pain relief, and enhanced recovery. Front Nutr 2025 Dec 5:12:1711773. doi: 10.3389/fnut.2025.1711773. eCollection 2025.


















