Hanf Fakten
Neue CBD-Studie 2025: Kann Cannabidiol Schmerzen nach einer Zahnextraktion wirksam lindern?
Nach einer Zahnextraktion gehören Schmerzen zu den häufigsten Beschwerden. Eine neue wissenschaftliche Pilotstudie aus dem Jahr 2025 hat nun untersucht, ob CBD eine wirksame Alternative oder Ergänzung zur herkömmlichen Schmerztherapie sein könnte. Die Ergebnisse zeigen, dass höher dosiertes Cannabidiol das Potenzial hat, postoperative Schmerzen zu lindern – auch wenn weitere große Studien noch notwendig sind. Erfahren Sie, wie die Studie aufgebaut war, welche Ergebnisse erzielt wurden und was sie für die Zukunft der CBD-Forschung in der Zahnmedizin bedeuten könnte.Schmerzen nach einer Zahnextraktion gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Zahnmedizin. Obwohl herkömmliche nicht-opioide Schmerzmittel als Standardtherapie gelten, können diese Medikamente nicht von allen Patienten problemlos eingenommen werden. Magenprobleme, Nieren- oder Lebererkrankungen sowie individuelle Unverträglichkeiten führen dazu, dass alternative oder ergänzende Behandlungsmöglichkeiten zunehmend in den Fokus der Forschung rücken.
Eine neue wissenschaftliche Studie, die Ende 2025 im renommierten Fachjournal Pharmaceuticals veröffentlicht wurde, untersuchte erstmals die Wirkung von oralem CBD bei akuten Schmerzen nach einer einfachen Zahnextraktion. Die Ergebnisse sind zwar aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl noch vorläufig, liefern jedoch interessante Hinweise darauf, dass höher dosiertes Cannabidiol (CBD) künftig eine Rolle in der nicht-opioiden Schmerztherapie spielen könnte. In diesem Beitrag fassen wir die Studie verständlich zusammen, erklären ihre Bedeutung und ordnen die Ergebnisse wissenschaftlich ein.
Warum Schmerzen nach einer Zahnextraktion ein großes Thema sind
Jährlich werden weltweit Millionen Zähne entfernt. Auch wenn eine einfache Zahnextraktion ein Routineeingriff ist, entstehen anschließend häufig:
- Schmerzen
- Schwellungen
- Entzündungen
- eingeschränkte Mundöffnung
- Beeinträchtigungen beim Essen und Sprechen
Üblicherweise werden hierfür NSAIDs eingesetzt. Diese Medikamente wirken zuverlässig, sind jedoch nicht für jeden Patienten geeignet. Gerade deshalb suchen Wissenschaftler nach gut verträglichen Alternativen oder Ergänzungen zur klassischen Schmerztherapie.
Warum steht CBD zunehmend im Mittelpunkt der Schmerzforschung?
Cannabidiol (CBD) ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa). Im Gegensatz zu THC besitzt CBD keine berauschende Wirkung und verursacht kein "High". In den vergangenen Jahren hat sich die Forschung intensiv mit den möglichen Eigenschaften von CBD beschäftigt. Zahlreiche präklinische Untersuchungen weisen darauf hin, dass Cannabidiol:
- entzündungshemmend
- schmerzlindernd
- neuroprotektiv
- beruhigend
- und antioxidativ wirken könnte.
Besonders interessant ist dabei das Endocannabinoid-System, das auch im Zahnfleisch sowie im umliegenden Gewebe vorhanden ist. Laborstudien zeigen, dass CBD verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe wie IL-6, IL-8 oder Prostaglandin E2 reduzieren kann. Dadurch könnte die Entzündungsreaktion nach einer Zahnextraktion abgeschwächt werden. Bislang fehlten allerdings hochwertige klinische Studien speziell für postoperative Zahnschmerzen.
Die neue SWAP-Studie im Überblick
Die Forscher entwickelten die sogenannte SWAP-Studie ("Simple Tooth Extraction with Analgesic Phytocannabinoid"). Ziel war es zu untersuchen, ob verschiedene Konzentrationen von oralem CBD Schmerzen nach einer Zahnextraktion reduzieren können.
Studiendesign
An der Pilotstudie nahmen insgesamt 8 Erwachsene teil. Die Teilnehmer wurden zufällig auf vier Gruppen verteilt:
- CBD 17 mg/ml
- CBD 37 mg/ml
- Placebo
- Standardtherapie mit Ibuprofen und Paracetamol
Die CBD- und Placebogruppen erhielten jeweils 0,5 ml Öl alle vier bis sechs Stunden nach Bedarf über sieben Tage. Die Standardgruppe erhielt die übliche Kombination aus Ibuprofen und Paracetamol.
Wie wurden die Schmerzen gemessen?
Die Wissenschaftler verwendeten eine moderne Methode namens Ecological Momentary Assessment (EMA). Dabei dokumentierten die Teilnehmer ihre Schmerzen mehrfach täglich direkt per digitaler Erfassung über einen Zeitraum von 72 Stunden. Dieses Verfahren gilt als besonders zuverlässig, weil Erinnerungsfehler deutlich reduziert werden. Zusätzlich wurden erfasst:
- stärkster Schmerz
- Einnahme weiterer Schmerzmittel
- Verträglichkeit
- Nebenwirkungen
- subjektive Erfahrungen
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Obwohl lediglich acht Personen teilnahmen und deshalb keine statistisch belastbaren Aussagen möglich sind, zeigten sich interessante Trends.
CBD 37 mg/ml schnitt am besten ab
Die Teilnehmer mit der höheren CBD-Konzentration (37 mg/ml) berichteten über:
- die niedrigsten Schmerzwerte
- stabile Schmerzverläufe
- ähnliche Ergebnisse wie die Standardtherapie mit Ibuprofen und Paracetamol
Besonders nach den ersten Stunden nach dem Eingriff verliefen die Schmerzkurven nahezu parallel zur klassischen Schmerzbehandlung.
Niedrig dosiertes CBD zeigte kaum Wirkung
Die Gruppe mit CBD 17 mg/ml unterschied sich praktisch nicht von der Placebogruppe. Die Schmerzen lagen über den gesamten Beobachtungszeitraum deutlich höher als bei der hochdosierten CBD-Gruppe. Dies deutet darauf hin, dass möglicherweise eine bestimmte Dosierung erforderlich ist, um überhaupt einen relevanten schmerzlindernden Effekt zu erzielen.
Placebo zeigte die höchsten Schmerzen
Die Placebogruppe verzeichnete:
- die höchsten Schmerzwerte
- die längsten Schmerzverläufe
- Beschwerden über mehr als 48 Stunden
Dies entsprach den Erwartungen der Forscher.
Wie gut wurde CBD vertragen?
Ein besonders positives Ergebnis betrifft die Sicherheit. Während der Studie traten:
- keine schweren Nebenwirkungen
- keine Therapieabbrüche
- keine ernsthaften Komplikationen
auf. Gelegentlich wurden lediglich leichte Beschwerden berichtet, darunter:
- leichte Müdigkeit
- trockener Mund
Diese verschwanden von selbst. Die Autoren weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl noch keine belastbaren Aussagen zur allgemeinen Sicherheit möglich sind.
Warum ist die Studie trotz der kleinen Teilnehmerzahl interessant?
Pilotstudien dienen nicht dazu, endgültige Wirksamkeitsnachweise zu liefern. Sie beantworten vielmehr Fragen wie:
- Funktioniert das Studiendesign?
- Werden die Medikamente gut vertragen?
- Lassen sich erste Wirksamkeitssignale erkennen?
Genau dies konnte die SWAP-Studie zeigen.
Insbesondere die höhere CBD-Dosierung erzeugte ein Schmerzprofil, das der Standardtherapie überraschend ähnlich war. Für die Forschung ist das ein wichtiger Hinweis.
Welche Schwächen hat die Studie?
Die Autoren weisen selbst auf mehrere Einschränkungen hin.
Sehr kleine Teilnehmerzahl
Mit nur acht Probanden können keine statistisch belastbaren Aussagen getroffen werden. Die Ergebnisse gelten ausschließlich als explorativ.
Unterschiede bereits vor der Behandlung
Eine Gruppe hatte bereits vor der Zahnextraktion deutlich geringere Schmerzen als die übrigen Teilnehmer. Dadurch wird der Vergleich erschwert.
Keine Biomarker
Es wurden keine Entzündungswerte oder Laborparameter gemessen. Dadurch bleibt unklar, welche biologischen Mechanismen tatsächlich für die beobachtete Wirkung verantwortlich waren.
Verbesserungsbedarf beim Placebo
Einige Teilnehmer bemerkten Unterschiede im Geschmack der verschiedenen CBD-Öle. Dadurch könnte die Verblindung teilweise beeinflusst worden sein. Künftige Studien sollen deshalb geschmacklich identische Placebos verwenden.
Wie passen die Ergebnisse zur bisherigen Forschung?
Die neue Pilotstudie steht nicht allein. Bereits frühere Untersuchungen hatten Hinweise geliefert, dass CBD Schmerzen im Mund- und Kieferbereich lindern könnte. Dazu gehören unter anderem:
- akute Zahnschmerzen
- Schmerzen bei Kiefergelenksbeschwerden
- wiederkehrende Aphthen
- entzündliche Prozesse im Mundraum
Allerdings zeigen nicht alle Studien positive Ergebnisse. Manche Untersuchungen fanden keine signifikanten Unterschiede gegenüber Placebo. Die Autoren erklären diese Unterschiede unter anderem durch:
- verschiedene Dosierungen
- unterschiedliche Darreichungsformen
- abweichende Studiendesigns
- unterschiedliche Schmerzarten
Genau deshalb sind größere randomisierte Studien dringend notwendig.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für Patienten?
Aus heutiger Sicht sollte die Studie nicht dahingehend interpretiert werden, dass CBD klassische Schmerzmittel bereits ersetzen kann. Dafür reichen die Daten eindeutig nicht aus. Die Ergebnisse legen jedoch nahe, dass höher dosiertes CBD künftig möglicherweise als ergänzende Option innerhalb einer multimodalen, nicht-opioiden Schmerztherapie untersucht werden könnte. Gerade Patienten, die bestimmte Schmerzmittel nicht vertragen oder deren Einnahme eingeschränkt ist, könnten langfristig von weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren. Bis dahin bleiben Ibuprofen und Paracetamol weiterhin die etablierten Standardtherapien nach unkomplizierten Zahnextraktionen.
Welche Rolle spielt CBD Öl heute?
Das Interesse an hochwertigem CBD Öl wächst seit Jahren kontinuierlich. Viele Anwender nutzen CBD Öl bereits im Alltag, beispielsweise zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens oder als Bestandteil ihrer persönlichen Gesundheitsroutine. Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen frei erhältlichen CBD Öl-Produkten und klinischen Studien. Die in wissenschaftlichen Untersuchungen eingesetzten Präparate sind standardisiert und exakt dosiert. Ergebnisse aus Studien lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf alle frei verfügbaren Produkte übertragen. Wer sich näher über hochwertiges CBD Öl informieren möchte, sollte auf geprüfte Qualität, transparente Laboranalysen und seriöse Hersteller achten.
Fazit: Vielversprechende erste Ergebnisse – aber noch kein endgültiger Beweis
Die neue Pilotstudie aus dem Jahr 2025 liefert spannende Hinweise darauf, dass höher konzentriertes CBD nach einer Zahnextraktion möglicherweise ähnlich gute Schmerzlinderungen erzielen kann wie die Standardtherapie mit Ibuprofen und Paracetamol. Gleichzeitig betonen die Autoren mehrfach, dass die Studie aufgrund der sehr kleinen Teilnehmerzahl keine endgültigen Aussagen erlaubt. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten:
- CBD 37 mg/ml zeigte die niedrigsten Schmerzwerte.
- Die Wirkung ähnelte der Standardtherapie.
- CBD 17 mg/ml war kaum besser als Placebo.
- Die Verträglichkeit erschien gut.
- Größere klinische Studien sind zwingend erforderlich.
Sollten zukünftige randomisierte Studien diese Ergebnisse bestätigen, könnte Cannabidiol langfristig eine interessante Ergänzung innerhalb moderner, nicht-opioider Schmerzkonzepte in der Zahnmedizin werden. Bis dahin bleibt die SWAP-Studie ein wichtiger erster Schritt – und ein weiterer Baustein in der wachsenden wissenschaftlichen Forschung rund um CBD.
Quellenangabe: Abidi AH, Kassan M, Derefinko K. Oral Cannabidiol for Acute Post-Extraction Pain: A Randomized Pilot Study. Pharmaceuticals. 2025;18(12):1792. https://doi.org/10.3390/ph18121792
Bilder: ChatGPT, HANAFSAN

















