Hanf Fakten
Pflanzliche Schmerzmittel: Natürliche Alternativen bei Schmerzen
Pflanzliche Schmerzmittel und natürliche Alternativen bei Schmerzen werden immer beliebter. Doch welche Heilpflanzen können dabei unterstützen und was sagt die Wissenschaft zu Cannabis, CBD und CBD-Öl bei Schmerzen? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche pflanzlichen Wirkstoffe untersucht werden, welche Möglichkeiten es gibt und wie natürliche Schmerzmittel wissenschaftlich einzuordnen sind.Schmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden und können viele unterschiedliche Ursachen haben. Ob Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Gelenkbeschwerden oder Kopfschmerzen – nicht immer möchten Betroffene sofort zu klassischen Schmerzmitteln greifen. Deshalb wächst das Interesse an pflanzlichen Schmerzmitteln, natürlichen Schmerzmitteln und anderen Möglichkeiten, Schmerzen begleitend zu lindern. Doch welche pflanzlichen Alternativen gibt es tatsächlich? Was können Heilpflanzen gegen Schmerzen leisten und welche Rolle spielen Cannabis, CBD und CBD-Öl? Die wissenschaftliche Datenlage ist je nach Pflanze und Schmerzart sehr unterschiedlich. Einige natürliche Ansätze zeigen interessante Ergebnisse, andere sind bislang nur unzureichend untersucht.
Pflanzliche Schmerzmittel – welche natürlichen Alternativen gibt es?
Unter dem Begriff pflanzliche Schmerzmittel werden sehr unterschiedliche Produkte und Anwendungen zusammengefasst. Dazu gehören beispielsweise Pflanzenextrakte, ätherische Öle, pflanzliche Cremes und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel. Zu den häufig genannten Pflanzen gehören unter anderem:
- Weidenrinde
- Cayennepfeffer bzw. Capsaicin
- Teufelskralle
- Arnika
- Ingwer
- Kurkuma
- Boswellia
- Lavendel
Die wissenschaftliche Evidenz ist allerdings nicht bei allen Pflanzen gleich gut. Für einige pflanzliche Präparate gibt es Hinweise auf eine mögliche Unterstützung bei bestimmten Beschwerden, während bei anderen die Datenlage noch schwach oder widersprüchlich ist.
Weidenrinde als traditionelles pflanzliches Schmerzmittel
Weidenrinde gehört zu den traditionell verwendeten Pflanzen bei Schmerzen. Sie enthält unter anderem Salicin, aus dem im Körper Salicylsäureverbindungen entstehen können. Kleinere klinische Untersuchungen haben sich beispielsweise mit Weidenrindenextrakten bei Rückenschmerzen und Arthrose beschäftigt. Die vorhandenen Daten reichen jedoch nicht aus, um daraus eine allgemeine Empfehlung für alle Schmerzarten abzuleiten.
Capsaicin und Cayennepfeffer
Auch Capsaicin, der charakteristische Scharfstoff aus Cayennepfeffer, wird bei bestimmten Schmerzen untersucht. Vor allem äußerlich angewendete Präparate können bei bestimmten Schmerzformen interessant sein. Capsaicin beeinflusst unter anderem bestimmte Schmerzrezeptoren in der Haut. Für einige Anwendungen gibt es wissenschaftliche Hinweise auf einen möglichen Nutzen, die Wirkung hängt jedoch stark von der jeweiligen Schmerzursache ab.
Ingwer, Kurkuma und andere Pflanzenstoffe
Ingwer, Kurkuma und Boswellia werden häufig als natürliche Mittel gegen Entzündungen, Schmerzen und Schlafstörungen beworben. Die Forschung beschäftigt sich insbesondere mit ihren bioaktiven Pflanzenstoffen. Dabei gilt: „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch „wirksam“ oder „nebenwirkungsfrei“. Für viele pflanzliche Produkte fehlen noch hochwertige klinische Studien, die eine zuverlässige Aussage über Wirkung, Dosierung und langfristige Anwendung erlauben.
Natürliche Schmerzmittel: Was kann zusätzlich helfen?
Nicht jede natürliche Alternative gegen Schmerzen muss aus einer Pflanze stammen. Gerade bei chronischen Schmerzen können verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise:
- Bewegung und gezieltes Training
- Physiotherapie
- Yoga und Tai-Chi
- Entspannungstechniken
- Massage
- Achtsamkeit und Meditation
- Akupunktur
Für einige dieser Methoden gibt es Hinweise auf einen positiven Effekt bei bestimmten chronischen Schmerzen. Besonders bei Rückenschmerzen werden Bewegung, Entspannung und verschiedene körperorientierte Verfahren untersucht. Ein ganzheitlicher Ansatz kann deshalb sinnvoller sein als die Suche nach dem einen „besten“ natürlichen Schmerzmittel.
Cannabis bei Schmerzen: Welche Rolle spielen Cannabinoide?
Eine besonders interessante Pflanze in der aktuellen Schmerzforschung ist Cannabis sativa L.. Cannabis enthält zahlreiche pflanzliche Inhaltsstoffe, darunter die Cannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Vor allem Cannabinoide und chronische Schmerzen wurden in den vergangenen Jahren intensiv wissenschaftlich untersucht. Dabei zeigen Studien, dass cannabisbasierte Präparate bei bestimmten chronischen Schmerzen einen gewissen Nutzen haben können. Gleichzeitig treten insbesondere bei THC-haltigen Präparaten Nebenwirkungen auf, beispielsweise Müdigkeit oder Schwindel. Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen medizinischen Cannabispräparaten, THC-haltigen Produkten und CBD-Produkten.
CBD bei Schmerzen – was sagt die Forschung?
CBD (Cannabidiol) ist ein nicht berauschendes Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC verursacht CBD nach aktuellem wissenschaftlichem Verständnis keinen typischen Cannabis-Rausch. CBD wird unter anderem hinsichtlich seiner möglichen Bedeutung bei Schmerzen, Entzündungsprozessen und verschiedenen anderen gesundheitlichen Fragestellungen untersucht. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit zu CBD ohne THC kommt zu dem Schluss, dass es interessante präklinische und erste klinische Hinweise gibt, gleichzeitig aber noch weitere hochwertige klinische Studien erforderlich sind. Die Autoren sehen insbesondere bei chronischen Schmerzen und Arthrose Forschungsbedarf.
CBD Öl bei Schmerzen
CBD Öl gehört zu den bekanntesten CBD-Produkten. Dabei wird Cannabidiol häufig in ein Trägeröl, beispielsweise Hanfsamenöl, eingebracht. Im Internet wird häufig nach „CBD Öl bei Schmerzen“, „CBD Öl gegen Schmerzen“ oder „CBD bei chronischen Schmerzen“ gesucht. Die wissenschaftliche Situation ist jedoch differenzierter als manche Werbeaussage vermuten lässt. Für CBD allein ist die klinische Evidenz zur Behandlung von Schmerzen derzeit jedoch noch begrenzt, wobei die Forschungsergebnisse vielversprechend sind. CBD-Öl sollte allerdings nicht als Ersatz für eine notwendige medizinische Behandlung verstanden werden.
Pflanzliche Alternativen bei Schmerzen richtig einordnen
Wer nach pflanzlichen Schmerzmitteln sucht, sollte deshalb nicht nur auf einzelne Wirkstoffe achten. Entscheidend ist zunächst die Ursache der Schmerzen. Bei gelegentlichen Muskelverspannungen können beispielsweise Bewegung, Wärme, Massage oder bestimmte pflanzliche äußerliche Präparate interessant sein. Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen sollte dagegen die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Besondere Vorsicht ist auch bei pflanzlichen Produkten angebracht, wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden. Natürliche Produkte können ebenfalls Nebenwirkungen haben und mit Arzneimitteln wechselwirken.
Fazit: Gibt es das beste natürliche Schmerzmittel?
Das eine beste natürliche Schmerzmittel gibt es nicht. Schmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben und entsprechend unterschiedlich behandelt werden. Pflanzliche Schmerzmittel wie Weidenrinde oder Capsaicin sind interessante Forschungsbereiche. Auch Cannabis und Cannabinoide werden intensiv untersucht. Besonders CBD hat in den vergangenen Jahren stark an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit gewonnen. Bei CBD-Öl und Schmerzen ist die Studienlage allerdings noch nicht ausreichend, um eine allgemeine schmerzlindernde Wirkung von CBD-Ölen zu behaupten. Cannabis-basierte Arzneimittel mit THC und/oder CBD sind davon zu unterscheiden und können bei bestimmten chronischen Schmerzen einen begrenzten Nutzen zeigen, gleichzeitig aber auch Nebenwirkungen verursachen. Wer Schmerzen natürlich lindern möchte, sollte deshalb möglichst verschiedene Bausteine betrachten: ausreichend Bewegung, gezielte körperliche Maßnahmen, Entspannung, eine ausgewogene Ernährung und – je nach Beschwerde – geeignete pflanzliche oder andere ergänzende Verfahren. Bei starken, neu auftretenden oder länger anhaltenden Schmerzen ist eine medizinische Abklärung wichtig. Pflanzliche Produkte und CBD können eine sinnvolle Ergänzung eines individuellen Gesundheitskonzepts sein, sollten eine notwendige medizinische Behandlung jedoch nicht ersetzen.
FAQ: Pflanzliche Schmerzmittel und natürliche Alternativen
Was sind pflanzliche Schmerzmittel?
Pflanzliche Schmerzmittel sind Präparate oder Wirkstoffe, die aus Pflanzen gewonnen werden und traditionell oder wissenschaftlich zur Unterstützung bei bestimmten Beschwerden eingesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise Weidenrinde, Capsaicin, Arnika, Teufelskralle, Ingwer und Boswellia. Die wissenschaftliche Datenlage unterscheidet sich je nach Pflanze und Anwendungsgebiet deutlich.
Welches natürliche Schmerzmittel wirkt am besten?
Ein allgemein bestes natürliches Schmerzmittel gibt es nicht. Welche natürliche Alternative sinnvoll sein kann, hängt unter anderem von der Ursache, Art und Dauer der Schmerzen ab. Während beispielsweise Capsaicin bei bestimmten Schmerzformen äußerlich eingesetzt wird, werden andere Pflanzenstoffe vor allem bei Gelenk- oder Muskelbeschwerden untersucht.
Was hilft gegen Schmerzen ohne Tabletten?
Wer Schmerzen ohne Tabletten lindern möchte, kann je nach Ursache beispielsweise Bewegung, Wärme, Massage, Physiotherapie, Entspannungstechniken oder bestimmte pflanzliche Präparate in Betracht ziehen. Bei chronischen Schmerzen kann häufig eine Kombination verschiedener Maßnahmen sinnvoll sein. Bei starken, neuen oder länger anhaltenden Schmerzen sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.
Kann CBD bei Schmerzen helfen?
CBD (Cannabidiol) wird intensiv im Zusammenhang mit Schmerzen und chronischen Schmerzen erforscht. Erste wissenschaftliche Untersuchungen sind interessant, die klinische Datenlage zu reinem CBD ist jedoch noch begrenzt. Deshalb kann derzeit keine allgemeine Aussage getroffen werden, dass CBD Schmerzen zuverlässig lindert.
Was ist der Unterschied zwischen CBD-Öl und medizinischem Cannabis?
CBD-Öl enthält hauptsächlich Cannabidiol und hat keine typische berauschende Wirkung. Medizinisches Cannabis kann dagegen je nach Präparat unterschiedliche Mengen an CBD und THC enthalten. THC ist psychoaktiv und kann unter anderem die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit beeinflussen. Forschungsergebnisse zu medizinischen Cannabispräparaten lassen sich deshalb nicht automatisch auf frei verkäufliches CBD-Öl übertragen.
Kann man CBD-Öl bei chronischen Schmerzen verwenden?
CBD-Öl bei chronischen Schmerzen ist ein häufig gesuchtes Thema. CBD wird in diesem Zusammenhang wissenschaftlich untersucht, allerdings reichen die bisherigen Daten nicht aus, um CBD-Öl allgemein als Behandlung chronischer Schmerzen zu empfehlen. Wer dauerhaft Medikamente einnimmt oder unter chronischen Beschwerden leidet, sollte die Anwendung von CBD mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen qualifizierten Fachperson besprechen.
Welche Heilpflanzen werden bei Schmerzen eingesetzt?
Zu den bekannten Heilpflanzen bei Schmerzen zählen unter anderem Weidenrinde, Arnika, Teufelskralle, Ingwer, Kurkuma, Boswellia und Cayennepfeffer. Einige Pflanzen beziehungsweise deren Inhaltsstoffe wurden in klinischen Studien untersucht. Die Wirkung und wissenschaftliche Evidenz unterscheiden sich jedoch erheblich und sind von der jeweiligen Schmerzart abhängig.
Sind pflanzliche Schmerzmittel besser verträglich als Medikamente?
Pflanzlich bedeutet nicht automatisch nebenwirkungsfrei. Auch pflanzliche Präparate können unerwünschte Wirkungen haben und mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Deshalb sollten auch natürliche Schmerzmittel entsprechend ihrer Anwendungshinweise verwendet werden. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder bestehenden Erkrankungen ist eine fachliche Beratung besonders wichtig.
Quellen und wissenschaftlicher Hinweis
Die Informationen in diesem Beitrag basieren auf öffentlich zugänglichen wissenschaftlichen Übersichten und Informationen des National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH), einer Einrichtung der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH). Die wissenschaftliche Evidenz zu pflanzlichen Wirkstoffen, Cannabis und insbesondere CBD bei Schmerzen entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die genannten natürlichen und pflanzlichen Ansätze sind nicht als Ersatz für eine medizinisch notwendige Behandlung zu verstehen. Bei starken, wiederkehrenden oder länger anhaltenden Schmerzen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Auch pflanzliche Produkte und Nahrungsergänzungsmittel können Nebenwirkungen haben oder mit Arzneimitteln wechselwirken.
Bilder: HANAFSAN, Shutterstock

















