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Aktuelles

Die Hanfpflanze - ökologisch, nachhaltig, klimafreundlich!

Hanfpflanze

Als alte und bedeutende Kulturpflanze war der Hanf seit je her ein selbstverständlicher Begleiter von uns Menschen. In früheren Zeiten weit verbreitet angebaut und genutzt, war seine Kultivierung zwischenzeitlich verboten. Heute findet der Hanf in kleinen Schritten zurück auf unsere Felder und in unser Bewusstsein.

Derzeit 58 in der EU zertifizierte Nutzhanfsorten dürfen unter Auflagen wieder von Landwirten auf dem Feld angebaut werden, da der Gehalt an psychoaktivem THC in den Blüten mit Sicherheit unter 0,2% liegt und somit ein Suchtmittelmissbrauch ausgeschlossen ist. In den meisten europäischen Ländern führt Hanf allerdings nach wie vor ein Schattendasein. Als Vorreiter in Sachen Hanfanbau steht Frankreich mit Abstand an der Spitze, wo 2017 auf über 17.000 ha landwirtschaftlicher Fläche Hanf angebaut wurde, im Gegensatz zu Deutschland und Österreich mit nur 1.600 ha bzw. 1.500 ha. Im Hinblick auf seine vielseitige Verwendung und auf dem Hintergrund der drängenden Fragen, wie unsere Landwirtschaft naturverträglicher, nachhaltiger und klimafreundlich gestaltet werden kann, sollten wir dem Hanf im wahrsten Sinne des Wortes wieder mehr Raum geben! Es lohnt sich genau hin zu schauen.

Ideal für den Ökolandbau

Hanf kann grundsätzlich fast überall wachsen, da er keine besonderen Ansprüche an den Standort stellt. Will man allerdings höhere Erträge an Samen und Fasern erzielen,  braucht es tiefgründige, humusreiche, kalkhaltige und nährstoffreiche Böden mit einer  geregelten Wasserversorgung und einem pH-Wert im neutralen bis leicht basischen Bereich. Mit den Temperaturen bei uns kommt er gut zurecht und kann auch leichten Frost vertragen.

Unkraut hat es schwer

Die Hanfsamen keimen nach der Aussaat schnell und bedecken den Boden, so dass nur wenig Unkraut aufwachsen kann. Für die Fasergewinnung wird sehr dicht gesät, damit die Pflanzen in kurzer Zeit  bis zu 4 Meter in die Höhe wachsen und sich wenig verzweigen, so dass es meist keine Unkrautregulierung braucht. Um Samen zu ernten müssen die Reihenabstände zwischen den Pflanzen größer sein, weil sie in die Breite wachsen, reichlich blühen und damit viele Samen bilden sollen, was unter Umständen eine mechanische Unkrautbekämpfung erfordert.

Düngung für einen guten Nährstoffverwerter

Ganz ohne geht es nicht. Es braucht ca. 80-100 kg Stickstoff pro Hektar, wenn man lohnende Erträge an Fasern und Samen erzielen möchte. Dabei verwertet der Hanf eine organische Düngung mit Gülle und Mist aber sehr gut, weil die langsame Freisetzung des Stickstoffs seinem zeitlichen Nährstoffbedarf entspricht. Zusätzlich versorgt er sich dank seiner bis zu drei Meter langen Wurzel mit Nährstoffen und Wasser aus tieferen Bodenschichten!

Schädlinge? – weitgehend chancenlos

Da die Hanfpflanze sehr robust ist, kann auf den Einsatz von chemischen Mitteln gegen Schadinsekten und Pilzerkrankungen praktisch verzichtet werden. Ein großes Plus für die Umwelt und in Zeiten des Bienen- und Insektensterbens.

Die passende Fruchtfolge? - kein Problem

Von sich aus stellt der Hanf keine besonderen Ansprüche an die Vorfrucht. Es bieten sich Kleegras oder Leguminosen an, da sie natürliche Stickstoffbinder sind, wovon die Hanfpflanzen dann profitieren können. Der Hanf ist selbst eine gute Vorfrucht, weil Unkraut in seiner Gesellschaft schlecht wachsen kann.  Mit seinen tiefen und weitverzweigten Wurzeln lockert er die Erde auf, was ein gutes Klima für die Bodenorganismen schafft und nachfolgenden Pflanzen das Wachstum erleichtert.

Der Hanf – ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit

Einmal ganz abgesehen von seinen medizinisch- und kosmetisch wertvollen Inhaltsstoffen ist eigentlich die gesamte Pflanze für uns nutzbar: Hanfsamen sind ein gehaltvoller knuspriger Snack, liefern ein hochwertiges Speiseöl und lassen sich nach der Pressung als proteinreiches Pulver und Hanf Mehl vielseitig verwenden. Mit den Blüten und Blättern genießen wir einen wohltuenden entspannenden Tee und die Fasern lassen sich nicht nur zu hochwertigen Textilien, sondern auch zu vielen weiteren Materialien wie Papier, Seilen oder Verbundstoffen verarbeiten. Und selbst die holzigen Teile können als Stalleinstreu oder in Bau- und Dämmstoffen noch sinnvoll verwendet werden.

Beispiel Papier

Aus dem schnell nachwachsenden, Böden und Wälder schonenden Rohstoff Hanf wird seit über 2000 Jahren Papier hergestellt! Bis ins späte 19. Jahrhundert bestand das weltweit produzierte Papier bis zu 90% aus Hanffasern, heute sind es nur noch verschwindend geringe 0,05%! Da die industrielle Herstellung von Hanfpapier nicht gefördert und weiterentwickelt wurde, sind die Produktionskosten derzeit noch unrentabel hoch.

Hanf oder Holz? – eine Ökobilanz

Bezogen auf dieselbe Menge produzierten Papiers benötigt Hanf nur ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche im Vergleich zu Bäumen. Hanfpflanzen können auch kleinräumig und in so gut wie allen Klimaten angebaut werden. Bäume brauchen dagegen viel Platz und spezifische Wachstumsbedingungen. So gesehen liefert Hanf als einjährige Pflanze auf der gleichen Fläche vier- bis fünfmal so viel Papier wie der Wald.
Im Holz ist der ca. 50%ige Zelluloseanteil durch 25% Lignin gebunden. Um Papier herzustellen muss das Lignin mit großen Mengen an umweltschädlichen und teilweise hochgiftigen Chemikalien wie Schwefelsalzen gelöst werden. Im Hanf dagegen sind die ca. 35% Zellulose im Faser- und weiteren 35% im Holzanteil mit nur ca. 3% Lignin gebunden, so dass das Herauslösen wesentlich weniger Chemikalien benötigt. Durch den hohen Zelluloseanteil ist Hanfpapier extrem lange haltbar, bleibt auch in feuchtem Zustand reißfest und kann bis zu sieben Mal weitgehend ohne Qualitätsverlust recycelt werden, im Gegensatz zu Holz mit ca. drei Wiederverwertungen. Hanfpapier vergilbt nicht, da es säurefrei ist und muss nicht mit Chlor gebleicht werden, das Böden und Grundwasser massiv belastet.

Umweltfreundlich bauen - Häuser aus Hanf

Die Verwendung als nachhaltiges Baumaterial ist wahrscheinlich eine der zukunftsweisendsten Nutzungsmöglichkeiten der Hanfpflanze überhaupt. Eine Firma in England hat mit „Hempcrete“ (Hanfbeton) bereits eine nicht nur stärkere sondern auch sehr viel leichtere und vor allem umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Beton entwickelt. Hier scheint großes Potential zu schlummern. Zur Dämmung lässt sich Hanf als Dämmfilz oder Matte zusammen mit Stützfasern aus Polyester und dem Zusatz von Borsalz zur Brandschutzverbesserung verwenden – für Allergiker geeignet, feuchtigkeitsbeständig und ohne chemische Behandlung schädlingsresistent.

Hanf als Kunststoffersatz – 100% biologisch abbaubar

Henry Ford hat mit dem fast komplett kompostierbaren Prototyp seines Ford-Modells schon in den frühen 1940-er Jahren das Potential der Hanfpflanze erkannt und sein Auto so gut wie ausschließlich aus Soja- und Hanfkunststoffen hergestellt. Auch heute sind Hanfkunststoffe in der Automobilindustrie gefragt. Geschätzt wird ihre natürliche Resistenz gegen Schadpilze und dass sie nur schlecht entflammbar sind. Formpressteile aus Hanf haben außerdem im Vergleich zu anderen Materialien weniger scharfe Bruchstellenkanten und bergen dadurch ein geringeres Verletzungsrisiko. Sie sind deutlich leichter als Holzfasern und leichtere Autos verbrauchen weniger Energie.

Stoffe aus Hanf – Qualität mit langer Tradition.

Schon Christoph Kolumbus stach mit Segeln aus Hanf in See, und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war Hanf neben Flachs die weltweit am häufigsten verwendete Textilfaser, bevor sie durch die billig zu produzierende Baumwolle verdrängt wurde.
Heute erleben Hanftextilien ein erfreuliches Comeback – dank den einzigartigen Eigenschaften der Hanffaser verbinden sie Eleganz, Vielfalt und Hautverträglichkeit mit einer robusten Funktionalität, Langlebigkeit  und einem hohen Tragekomfort. Sie wärmen im Winter und kühlen im Sommer, sind schmutzabweisend und reißfester als Baumwolle. Hanfkleidung kann bis zu 30% Feuchtigkeit aufnehmen ohne auf der Haut zu kleben und Gerüche zu entwickeln. Neue Designs von innovativen Herstellern zeigen, dass Hanf auch auf dem Catwalk in den Modemetropolen eine rosige Zukunft hat.

Hanfanbau für`s Klima?

Gemeinsam mit anderen Pflanzen kann der Hanf nachhaltig den Klimaveränderungen entgegenwirken – nicht als die Lösung, aber als wichtiger Teil einer umfassenden Strategie, die unbedingt den Erhalt der Biodiversität im Fokus haben muss. Wie viele andere Nutzpflanzen, beispielsweise Sojabohnen, Reis, Weizen und Zuckerrohr bindet die Hanfpflanze während ihres Wachstums CO2 aus der Atmosphäre. Mit dem Potential großer alter Bäume kann sie zwar bei Weitem nicht mithalten, aber sie wird in der Regel auch nicht verbrannt oder sonstigen Prozessen unterzogen, bei denen das gebundene CO2  wieder freigesetzt wird.

Quellen:

Schluttenhofer C., Trends Plant Sci. 2017 Nov;22(11):917-929. doi: 10.1016/j.tplants.2017.08.004. Epub 2017 Sep 5.
www.oekolandbau.de

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